Kooperatives offenes Lernen (COOL)

Wir verstehen Schule als einen Ort der Potentialentfaltung, an dem Schüler*innen ihre unterschiedlichen Begabungen, Fähigkeiten, Interessen, ihre Neugier und ihre Kreativität einbringen können.

Dies ermöglichen wir durch kooperative Lernphasen, in denen Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Teamfähigkeit gefördert werden. Schüler*innen arbeiten während der sogenannten Reformstunden an schriftlichen, oft fächerübergreifenden Arbeitsaufträgen, die innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens zu erledigen sind. Sie können dabei selbst entscheiden, wann und mit wem sie die Aufträge bearbeiten wollen. Die Aufträge sind oft so gestaltet, dass sie auf unterschiedlichem Niveau bearbeitet werden können, und es wird großer Wert darauf gelegt, dass die Aufgabenstellungen verschiedene Zugänge ermöglichen und schüleraktivierend sind.

Um einen reibungslosen Ablauf dieser Stunden zu gewährleisten, sich über die Entwicklung der Schüler*innen auszutauschen, fächerübergreifende Aufträge zu planen und gemeinsame Vorgehensweisen festzulegen, treffen sich die Lehrpersonen eines reformpädagogischen Klassenteams zu regelmäßigen Besprechungen. Gleichzeitig werden auch mit den Schüler*innen die Regeln des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens immer wieder thematisiert. Sie sollen lernen, ihren Lernprozess zu reflektieren, sich selbst einzuschätzen und selbstständig Schritte auf ihrem Lernweg zu setzen. Das kann am Anfang manchmal schwierig sein, deswegen steht den Schüler*innen Tutoren zur Seite.

Während der offenen Arbeitsphasen übernehmen die Lehrpersonen die Rolle der Lernbegleiter, sie unterstützen die Lernprozesse der Schüler*innen, fördern sie gezielt oder stehen ihnen beratend zur Seite. Schüler*innen helfen sich aber auch gegenseitig - sie sind Ansprechpartner für ihre Klassenkollegen, entwickeln sich auf diese Weise gemeinsam weiter und erfahren ein Stück Selbstwirksamkeit.

Die Eltern werden in die schulische Unterrichts- und Erziehungsarbeit eingebunden. Während Elternabenden werden Anregungen, Wünsche und Befürchtungen zu reformpädagogischen Themen aufgegriffen. Gemeinsames Ziel der Lehrpersonen, Schüler*innen und Eltern ist dabei die Entwicklung einer konstruktiven Feedbackkultur, wobei regelmäßige Evaluationen eine wichtige Rolle spielen.

Um offene Lernsettings zu ermöglichen, werden auch die räumlichen Strukturen verändert: dies geschieht durch die Öffnung der Klassenräume und Nutzung der Flure, sowie durch die Einrichtung spezieller Räume als Gruppenarbeitsräume.